Die Digitalisierung der Energiewende

created by Hanno Schoklitsch |

Der Fahrplan steht, die Weichen sind gestellt, doch noch haben die Schienenstränge erhebliche Lücken. Auf der Trasse hin zu einer vollständigen Versorgung durch Erneuerbare Energien sind noch viele Schwellen zu legen. Denn die Energiewende in Deutschland ist ein gigantisches Experiment. Noch nie zuvor wurde solch ein komplexes System - wie die Energieversorgung eines der größten Volkswirtschaften der Welt - quasi im laufenden Betrieb bei voller Leistung umgekrempelt.

Im Gegensatz zu den vier etablierten großen Versorgern hier zu Lande, haben private und institutionelle Investoren bereits früh auf Wind- und Solarparks gesetzt. Das Potenzial und die Vorteile dieser Kraftwerke haben sie schnell erkannt. Sie werden aber immer noch nicht voll ausgeschöpft. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis zeigen, dass vielerorts zwar kräftig in Erneuerbare Energien investiert wird, die technischen Möglichkeiten der Optimierung dieser Anlagen jedoch oft nicht ausgenutzt werden. Bei der Produktions-Steuerung von Energieparks wird vieles dem Zufall überlassen. Dabei stehen heute zahlreiche innovative Module zur Verfügung, die Erträge aus Wind und Sonne zu maximieren und die operativen Kosten zu minimieren. Das Stichwort dafür ist die Digitalisierung der Energieproduktion.

DIGITALISIERUNG ALS GRUNDLAGE

Als Schlagwort in der aktuellen Diskussion stets genannt, verstehen viele Akteure am Markt sehr unterschiedliche Dinge darunter. Wir bei Kaiserwetter haben bereits von Anfang darauf gesetzt, die technischen Möglichkeiten der Vernetzung unserer Anlagen optimal zu nutzen. Anfänglich haben wir Lehrgeld zahlen müssen, doch unsere Kunden profitieren heute von dem über die Jahre gewachsenen Know-how. Denn aus unserer Sicht ist die Digitalisierung eine der wichtigsten Grundlagen, um ein professionelles Asset Management aufzubauen. Sie schafft auch erst die Basis für die Implementierung eines Portfolio- und Risk-Managements und für neue, aber zukünftig erforderliche Standards. All diese Instrumente und Standards werden dringend gebraucht. Wachsen die Erneuerbaren doch aus der Rolle des dynamischen Juniorpartners heraus, hin zu der Funktion des verlässlichen Erzeugers. Auf dem Weg hin zur Systemrelevanz brauchen die Erneuerbaren aber die digitale Vernetzung, die die Steuer- und Regelbarkeit vollumfänglich gewährleistet und die Schaffung virtueller Kraftwerksverbünde beschleunigt.


Oberstes Ziel jedes Parkbetreibers muss sein, die Ertrags- kraft der Anlagen dauerhaft zu maximieren. Hinzu kommt, die Transparenz und Steuerbarkeit der Performance zu erhöhen und ein einheitliches Reporting aufzusetzen. Die Digitalisierung ist das Fundament für ein professionelles Portfolio-Management. Beim Betrieb mehrerer Parks ist letzteres für die Eigentümer besonders wichtig. Ein Portfolio-Manager ermittelt beispielsweise Möglichkeiten der Optimierung anhand technischer Analysen und macht Vorschläge, wie der Ertrag gesteigert werden kann. Zusätzlich wird ein einheitliches Reporting abgestimmt, das innerhalb kürzester Zeit über online-sharepoints und mobile Applikationen dem Eigentümer zur Verfügung gestellt wird. Der heute erreichte, hohe Standard der Digitalisierung bei von Kaiserwetter betreuten Parks erlaubt es uns, unabhängig vom Anlagen-Typ, unabhängig von international unter- schiedlichen Gegebenheiten, ein länderübergreifendes Portfolio-Management anbieten zu können.

DATEN STANDARDISIERT ERFASSEN

Aber auch ein professionelles Risiko-Management ist auf umfangreiches Datenmaterial angewiesen. Nur so lassen sich Risiken identifizieren, evaluieren und Maßnahmen implementieren, um das Risiko für Millionen-Investments in Erneuerbare Energien zu minimieren. Das sind zum einen die reinen Produktionsdaten, zum anderen aber auch die Daten eines zu implementierenden Condition Monitoring Systems (CMS). Nur mit Hilfe der Digitalisierung kann diese komplexe Datenbasis gemanagt werden. Wichtig: Die Daten müssen standardisiert und kontinuierlich erfasst werden. Erst dann können sie die Basis liefern, um Risiken zu erkennen und zukunftsorientiert simulieren zu können (Stichwort: Big Data Analytics). In der Regel ist es heute noch so, dass innerhalb eines Portfolios unterschiedliche Energieparks mit unterschiedlichen Anlagentypen von unterschiedlichen Betriebsführern vor Ort betreut werden. Für den Eigentümer bedeutet die fehlende Einheitlichkeit und die Vielzahl der Akteure zusätzlichen Aufwand. Beauftragt er einen Dienstleister, der die Vielzahl unterschiedlicher Daten als übergeordnete Leitungsinstanz aggregieren kann, können die digitalen Daten wesentlich dazu beitragen, die Betriebsführer zu einem deutlich verbesserten Park-Management dauerhaft in die Pflicht zu nehmen.

ERTRÄGE KONTINUIERLICH OPTIMIEREN

Ob Portfolio- oder Risiko-Management, die Digitalisierung ermöglicht die standortübergreifende Steuerung und Überwachung von Energieparks überall. Investoren mit einem umfangreichen Portfolio von Wind- und Solarparks achten bei der Auswahl von Dienstleistern darauf, dass diese in der Lage sind, die Portfoliostruktur in ihrer Dienstleistung adäquat abbilden zu können. Der digitale Dienstleistungs-Service erst ermöglicht es den Investoren, ihre Portfolios mit einem geeigneten Risiko-Management und einem Portfolio-Management zu führen und damit die Ertragsleistungen kontinuierlich und dauerhaft zu optimieren.

 

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