Stadtwerke in der Abhängigkeits-Falle

created by Hanno Schoklitsch |

Die Gefahren sind schnell benannt: mangelnde Transparenz in der Datenaggregation, unzureichendes Risikomanagement, fehlende Unabhängigkeit des Betriebsführer und zu lange Vertragslaufzeiten - Stadtwerken als Eigentümer von Energieparks können ganz unterschiedliche Faktoren die Bilanz verhageln. Und damit die Geschäftsführung in Konflikt mit Compliance-Regeln und den Aufsichtsgremien bringen. Denn die Werthaltigkeit der Investitionen in Energieparks ist – Stand heute – von den Eigentümern nur unzureichend kontrollier- und beeinflussbar.

Die Zahlen sind beeindruckend: Zwischen 2011 und 2013 ist die installierte Kapazität von Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Hand von kommunalen Versorgern um knapp 80 Prozent gestiegen - mehr als 3.000 MW Leistung werden inzwischen zur Verfügung gestellt. 2013 betrug der Anteil der Erneuerbaren Energien an den Investitionen der Stadtwerke und regionalen Versorger fast 40 Prozent der insgesamt installierten oder projektierten Leistung in die Energieversorgung. Die Zahlen zeigen, dass kommunale Versorger die Bedeutung der Energiewende erkannt haben und sich entsprechend für die Zukunft aufstellen. So weit so gut. Unterschiedliche Gefahren bestehen jedoch, die schon einige Eigentümer von Wind- oder Solarparks schwer in die Bredouille gebracht haben: die fehlende Möglichkeit, den richtigen Betriebsführer auswählen oder die Laufzeit der entsprechenden Verträge gestalten zu können.

Viele Eigentümer und Investoren von Energieparks gehen meistens den einfachen Weg. Sie beauftragen den Entwickler des Parks mit der späteren Betriebsführung. Oft gehörtes Argument: Der Entwickler kenne den Park am Besten, sei daher auch der beste Betriebsführer. Das ist in der Regel nicht immer richtig. Allein folgendes konkretes Beispiel sollte allen Eigentümern und Investoren zu denken geben: Wenige Jahre nach dem Bau eines Windparks stellt sich heraus, dass beim Einbringen des Fundamentbetons Fehler gemacht wurden. Aufgabe des Betriebsführers wäre es jetzt, Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Entwickler des Parks geltend zu machen. Das Problem: Er hat ihn selbst gebaut. Wie ehrlich wird er in dieser Situation für die Interessen der Eigentümer handeln? Wird er den Schaden überhaupt dem Eigentümer melden? Kaiserwetter sieht darin ein gravierendes Problem, welches nicht nur für Stadtwerke als Eigentümer bestehen kann. Unter Compliance-Gesichtspunkten kann diese fehlende Unabhängigkeit des Betriebsführers schnell zum Problem werden. Denn Stadtwerke stehen – wie wenig andere Unternehmen – gleich unter mehrfacher Beobachtung. Die Erregung in der Öffentlichkeit wäre bei solch Fehlern sicherlich groß, ebenso bei den Politikern vor Ort. Sie sitzen in den Aufsichtsgremien der Stadtwerke, sie entscheiden über die Investition von Steuergeldern. Die Stadtwerke-Geschäftsführung kann da schnell zum Sündenbock werden.

 

ZU LANGE VERTRÄGE - ZU HOHE KOSTEN


Weitere Gefahren für Eigentümer und Investoren: Die Praxis zeigt, dass bei der Verpflichtung eines unabhängigen Betriebsführers der Entwickler eines Energieparks oft Aufschläge auf den Kaufpreis verlangt. Oder: Kommt der Entwickler doch zum Zuge, wird immer wieder eine unverhältnismäßig lange Vertragslaufzeit für die Betriebsführerschaft verlangt. Stadtwerke stecken also schnell in der Kosten- und Compliance-Falle, egal wie sie sich verhalten. Der offensichtliche Interessenkonflikt zwischen dem Erbauer eines Energieparks und seines Betriebsführers - wenn es dieselbe juristische Person ist - muss mehr in das Bewusstsein von Eigentümern und Investoren rücken – und zwar schon mit Beginn der Investitionsplanung.
Denn für den wirtschaftlichen Erfolg eines Parks, egal ob Solar- oder Windkraftanlage, ist aus unserer Sicht die Unabhängigkeit des Betriebsführers entscheidend. Nur er kann für die notwendige Transparenz bei allen technischen und auch kaufmännischen Belangen sorgen. Doch was tun, wenn Entwickler und Betriebsführer – im laufenden Betrieb - identisch sind, darüber hinaus unverhältnismäßig lange Vertragslaufzeiten vereinbart worden sind? Auch hier kann ein unabhängiger Dritter helfen. Kaiserwetter ist mit seiner Dienstleistung des Portfolio-Managements „first mover“ auf diesem Gebiet. Kaiserwetter steht dabei uneingeschränkt auf der Seite des Energieversorgers. Grundsätzlich sollen dadurch die Ertragskraft eines Energieparks dauerhaft optimiert sowie die Transparenz der Performance erhöht und ein professionelles, standardisiertes Reporting aufgesetzt werden. Beim Betrieb mehrerer Parks ist letzteres für die Eigentümer besonders wichtig. Das Kaiserwetter-Portfolio-Management ermittelt beispielsweise Möglichkeiten der Optimierung anhand technischer Analysen und macht Vorschläge, wie der Ertrag gesteigert werden kann. Technische Daten der Parks werden aggregiert, um Echtzeitanalysen und ein einheitliches Reporting zu ermöglichen. Störungen und Stillstände werden analysiert, um die Reaktionszeiten und die getroffenen Maßnahmen des Betriebsführers beurteilen und kontrollieren zu können.

 

COMPLIANCE IST NICHTS FÜR DIE SCHUBLADE


Wie gezeigt, kann nicht nur das Wetter dem Eigentümer eines Energieparks im wahrsten Sinne des Wortes die Erträge verhageln. Compliance ist nichts für die Schublade, Compliance steht für den verantwortlichen Umgang mit Investitionen und die Sicherung von kalkulierbaren Energiepreisen für die Kunden der Stadtwerke. Wer auf Werthaltigkeit seiner Energieparks, optimale Ertragskraft, professionelles Risikomanagement und Transparenz setzt, sollte sich der Möglichkeiten unabhängiger, erfahrener Dienstleister bedienen, um seine Interessen und die seiner Kunden durchzusetzen.

 

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